Wot Do U Call It? Urban?

8/25/2010

Vorher, nachher

Grime-MC Sincere hat sich über Mayer Hawthorne hergemacht und seinem Song "Maybe So Maybe No" ein paar Zeilen hinzugefügt.

Vorher klang das so:


Nachher klingt das so:


Genau - so viel anders klingt das in Summe leider gar nicht. Das mit Club, Swagger und kapitalistischen Heilsversprechen liegt ihm halt doch mehr:

8/21/2010

Langsam aber sicher

Das Ghetto lebt, auch im Süden Londons. Giggs zerrt die britsche Hood ins Licht der Öffentlichkeit. Seine Waffe: wuchtige Langsamkeit. Wir erinnern uns: Ummmm!


So klingt nun seine neueste Single, die bezeichnenderweise den Titel "Hustle On" trägt:


So liest sich sein neues, durchaus überzeugendes Album "Let Em Ave It": (Review von meiner Wenigkeit)

8/07/2010

Hand zum Mund zum Ohr zum Auge

Der hier schon mehrfach erwähnte Britische MC Skillit bewegt sich in einem kreativen Umfeld, das sich "Hand 2 Mouth" nennt. Innerhalb dessen pflegen außerdem auch Köpfe wie Mentalist, K-Nite 13 oder Loudmouth Melvin die Kunst der Beats und Reime


Loudmouth Melvin, der lautstarke Mann aus dem Osten Londons, schickt sich nun an, in den kommenden Wochen und Monaten insgesamt vier EPs als Gratis-Downloads zu veröffentlichen. Teil eins dieser Reihe steht mittlerweile zur Verfügung und kann nicht nur aufgrund des oben genannten Kreativdunstkreises (und hochkarätigen Gästen wie Mystro oder Skandal) wärmstens empfohlen werden.


"You wake up make breakfest, I wake up make records" rappt er in seinem (schon etwas älteren) Track "Summer Breeze" und genau diese hörbar geschulte Souveränität lässt auf die folgenden drei Downloads hoffen.


Nachtrag bzw. apropos Mystro: der hat vor nicht allzu langer Zeit ein sehr unterhaltsames Video zu seinem Track "Around My Way" veröffentlicht. Als sympathischer Straßenmusikant vergibt er zwischen Fußgängerzonen und U-Bahnen "Free Hip Hop" an begeisterungsfähige Passanten. Auch das kann Hip Hop im Alltag sein.

8/06/2010

Hadouken

Der in der Aussprache so signifikant kreative Brite D Double E schwört darauf, sich die Finger mit Konsolen wund zu spielen. Die Serie Street Fighter hat es dem Grime-Veteran derart angetan, dass er dafür nun sogar eine lyrische Hommage produziert hat. "Streetfighter Riddim" heißt der Track passenderweise, ist vollgestopft mit Referenzen an diverse Figuren des Videospiels und fungiert außerdem als seine Debüt-Single (bekanntlich ist er ansonsten an der Seite von Footsie in der Crew Newham Generals aktiv). So fresh kann Recycling klingen, Hauptsache die Punchlines knallen ordentlich rein. Vom formidablen Bass-Gedöns ganz zu schweigen...

Mehr als gute Gründe

Alljährlich liefert das Tschechische Festival Hip Hop Kemp in Hradec Králové viele gute Gründe (siehe Line Up), um dem Nachbarstaat im Spätsommer einen ausgelassenen Besuch abzustatten. Fünf davon lassen sich heuer unter dem Sammelbegriff "Grime Allstars" subsumieren und versprechen die sagenumwobenen Londoner Hinterhöfe, dort wo Feuer noch aus ritterlichen Mündern gespuckt wird, ein gutes Stück weit südostwärts zu verlegen. Die Programmierung, sie lebe hoch! Auch dieses Jahr wieder.

Grund 1 & 2: Blacks & P Money


Grund 3 & 4: Dot Rotten & Ghetts


plus der seit gefühlten 1500 Mixtapes durchwegs überzeugende Grund 5: Black The Ripper

7/25/2010

Kein Kinderkram

Rah Digga ist zurück. Nach längerer Auszeit wird die gute Frau aus dem kreativen Umfeld von Busta Rhymes (wir erinnern uns: Flipmode Squad) wieder mit einem Album um die Ecke biegen. Es wird bezeichnenderweise "Classic" heißen und dürfte in Anbetracht der vielversprechenden ersten Single "This Ain’t No Lil’ Kid Rap" auch genauso klingen.


Die gesamte Platte wurde von Produzent Nottz geschmiedet (der auch für fünf Tracks ihres Debüts "Dirty Harriet" verantwortlich war) und soll am 14. September via Raw Koncept veröffentlicht werden.
Nottz selbst hat im Mai diesen Jahres unter dem Titel "You Need This Music" sein Debüt als MC veröffentlicht (ebenfalls via Raw Koncept). Stichwort: Multitalent.

7/16/2010

Frische Südwinde

In München ist bekanntlich nicht nur im Oktober was los. Die Bayrische Hauptstadt erfreut sich neben dem alljährlichen Kirmes seit jeher auch über eine interessante Rap-Szene. Zu den jüngeren Vertretern gehören da beispielsweise Doppel D. Im vergangenen Jahr haben sie mit ihrem Album "B-aya-N" von sich Reden gemacht. Denn die darauf zu hörenden Kopplung von hinterwäldlerischem Dialekt-Rap mit urban entschleunigtem The-Cool-Kids-Präzisions-Sound klang trotz hörbarer Anleihen nach erfreulicher Innovation.


Unlängst hat das Trio mit "Vol. 3: Doppel D" den dritten Teil ihrer Demo Files, eine kleine Sammlung von angestautem Festplattenmaterial in neuem Mix-Gewand, zur kostenlosen Verfügung ins Netz gestellt. Die stilechte Version in Audiokasettenform soll es ebenfalls bald geben.

Ebenso in "Minga" ansässig und mit Sinn für außergewöhnlichere Rap-Zugänge (Stoßrichtung: neuzeitliche Britische Bassmusik) versehen zeigt sich seit einigen Jahren Lea-Won. Vor kurzem präsentierte er auf seiner Myspace-Seite "LEA-WON versus JOKER" ein interessantes Piratenprojekt in unfreiwilliger Zusammenarbeit mit Dubstep-Grime-Wonky-Hoffnung Joker:
"ein un-gemixtes und nicht auf tape erscheinendes 'mixtape', im sinne davon, dass die musikalische untermalung nicht exklusiv und nicht von mir ist. Soundtechnisch selbst daheim aufgenommen, pseudo-"gemischt" (inklusive fetter übersteuerung) und von niemandem 'gemastert."
Der junge Münchner hat sich also ungefragt erlesene Beats aus Bristol genommen, seine Reime darauf gepackt und die entstandenen Tracks schließlich zum Download bereit gestellt. Die von ihm selbst vorab angesprochenen Holprigkeiten beim Sound sind natürlich hörbar, Lust auf weitere (und dann entsprechend ausgefeiltere) Projekte dieser Art machen die 12 Rough-Mix-Tracks trotzdem. Schließlich besitzt deutschsprachiger Grime bisher leider nur Seltenheitswert.
In der Zwischenzeit kann man sich ja der im Frühjahr veröffentlichten, von ihm und Defoos ausproduzierten EP "Farbe verleihen" widmen. Die gibt es auch zum Nulltarif runterzuladen und nach all diesen hörenswerten Vorboten soll ein ganzes Album noch in diesem Jahr folgen. Auskopplungen wie "Fahrtwind" steigern derweil zurückgelehnt die Vorfreude.